Geschichte Rodersdorfs

Im Dritten Jahrhundert begann die römische Herrschaft abzubröckeln. Das Zusammenspiel klimatischer Einbrüche, politischer Wirren, ausgebeuteter Natur und aufmüpfiger „barbarischer“ Nachbarn erschütterte sie in ihren Fundamenten. Das Leimental bot sich kriegerischen Horden als Korridor zur Burgundischen Pforte an. Nicht umsonst hat nur das abseits der Heerstrasse gelegene Dorf Metzerlen seinen vorgermanischen Namen behalten. Es scheint, dass die im Tal liegenden Siedlungen vorübergehend ausgelöscht oder aufgeben wurden. Jedenfalls sind weder ihre römerzeitlichen Namen und kaum keltisch-römische Flurnamen überliefert. Lediglich für das Gebiet des Rodersdorf benachbarten, heute im Banne Leimen gelegenen Walrauss, wo ebenfalls eine grössere römische Anlage bezeugt ist, haben mittelalterliche Urkunden den gallorömischen Namen Wissach überliefert

Auf dem kleinen Büel, im Areal des römischen Tempels, wurde im sechsten Jahrhundert ein Friedhof angelegt, welcher 2000 und 2001 zum Teil untersucht werden konnte. Die rund 60 Gräber mit vielen Beigaben belegen für diese Zeit eine gemischte gallo-römisch - germanische Bevölkerung. (Multi-Kulti also schon damals!)

Bild: Frühmittelalterliche Gürtelschnalle.

Nun herrscht Funkstille bis ins hohe

Mittelalter

1197 werden erstmals die Brüder Hugo und Conrad von Ratolsdorf – so hiess Rodersdorf damals – in einer Urkunde erwähnt. Conrad war von 1189 bis 1221 der sechste Abt des bedeutenden Klosters Lützel (Lucelle). Sein Bruder Hugo ist Stammvater des Geschlechtes derer von Ratolsdorf und damit auch der um 1270 entstandenen Seitenlinie derer von Rapperch (Rappenberg). Diese sollten später unter dem Namen von Rotberg in der Basler Geschichte eine Rolle spielen; stellten sie doch verschiedentlich Bürgermeister und vor allem den bekannten Bischof Arnold von Rotberg.

Bild: Siegel des Ritters Ulrich von Ratolsdorf 1284 (Departementsarchiv Colmar).

Die Herren von Ratolsdorf standen unter den Grafen von Pfirt und nach deren Erlöschen im Jahre 1324 unter ihren Nachfolgern, den Habsburgern. In deren Diensten amteten sie zeitweise als Landgrafen im Elsass. Um 1450 erlosch das Geschlecht. In ihrer Heimat waren sie kaum mehr in Erscheinung getreten. Schon 1277 belehnten die Grafen von Pfirt an ihrer Stelle die Seitenlinie der  Rotberger mit dem Hof und dem Kirchensatz von Ratolsdorf /Rodersdorf.

Bild: Der bei Sempach gefallene Lutz von Rotbergh von Roderstorf am Blawen.

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